„Ehrenamtliche tragen die Tafel“ »

So sieht er aus: Günter Dohm zeigt die Urkunde des ersten Bürgerpreises, der mit 10.000 Euro dotiert ist. So sieht er aus: Günter Dohm zeigt die Urkunde des ersten Bürgerpreises, der mit 10.000 Euro dotiert ist. (Foto: rad)

Zum ersten Mal hat die Bürgerstiftung Ludwigshafen gestern den Bürgerpreis verliehen. Die Auszeichnung für bürgerschaftliches Engagement geht an die Ludwigshafener Tafel. Vom Preisgeld soll die Heizung in den Tafel-Räumen an der Bayreuther Straße erneuert werden.

Von Anette Konrad

Beim Weihnachtskonzert der Bürgerstiftung gestern Abend im Pfalzbau hat Professor Günter Dohm, Sprecher des Vorstands der Bürgerstiftung, den neuen mit 10.000 Euro dotierten Preis an Juergen Hundemer überreicht. Er ist Vorsitzender der Ehrenamtsbörse „Vehra“, die wiederum der Träger der Hilfseinrichtung an der Bayreuther Straße ist. Dort werden bedürftige Menschen an sechs Tagen in der Woche mit Lebensmitteln versorgt.

Die Tafel erhält den Bürgerpreis „für das beispielhafte bürgerschaftliche Engagement von über 100 ehrenamtlichen Helfern für die effektive und zielgerichtete Organisation der Einrichtung und für eine auf Dauer und Nachhaltigkeit ausgerichtete Initiative“, würdigte Günter Dohm den Preisträger. Auch die Verbesserung der Lebensqualität von bedürftigen Menschen in der Stadt Ludwigshafen sei ein weiterer Grund, warum die Wahl der Jury auf die Tafel fiel. „Sie hilft bedürftigen Menschen bei einem menschlichen Grundbedürfnis – dem Essen“, verdeutlichte Dohm bei einem Pressegespräch vorab.

Seit 2005 verteilt die Tafel gespendete Lebensmittel. Vier Kühlfahrzeuge holen die Waren bei über 50 Lebensmittel-Spendern in der Region ab. Wöchentlich kommen so insgesamt 20 Tonnen Lebensmittel zusammen, die verteilt werden. Die ehrenamtlichen Helfer sortieren die Lebensmittel und geben sie an die Tafelkunden aus. „Die Zahl der bedürftigen Menschen ist seit der Gründung der Tafel 2005 gestiegen und auch in Zukunft werden mehr Menschen auf Unterstützung angewiesen sein“, sagte Dohm.

Die Bürgerstiftung Ludwigshafen ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung von Bürgern für Bürger. „Wir realisieren eigene Projekte, fördern aber auch Projekte anderer Institutionen“, erläuterte Dohm. Beispiele für Projekte sind Sprachförderung für Migranten, Lern- und Lesepaten, Musikunterricht für Kinder aus benachteiligten Verhältnissen oder EDV-Training für ältere Menschen. Die Idee für einen Bürgerpreis sei entstanden, um eine bestehende Initiative materiell zu unterstützen und das Engagement des Preisträgers der Öffentlichkeit bekannter zu machen, erläuterte Dohm.

Gemeinnützige Initiativen aus Ludwigshafen, die sich sozial, kulturell oder sportlich für andere einsetzen, konnten sich dafür bis Ende Juni bewerben. 15 Bewerbungen gingen ein. „Kleinere und größere Projekte, aber allesamt förderungswürdig“, berichtete Dohm sichtlich zufrieden über die Resonanz. Der Jury sei die Auswahl des Preisträgers nicht leicht gefallen. Vier Projekte wurden schließlich besucht. Dabei konnte die Tafel die Jurymitglieder am meisten überzeugen. „Wir waren von der Qualität der Arbeit und der Motivation der Ehrenamtlichen total überrascht“, sagte Dohm. „Die Ehrenamtlichen sind die tragende Säule und das Herzstück der Tafel“, lobte Hundemer.

Vom Preisgeld soll die Heizung in den Tafel-Räumen an der Bayreuther Straße im Stadtteil West erneuert werden. Denn zur Zeit müssen die Helfer dick eingemummelt ihre Arbeit verrichten, wie ein kleiner Film über die Tafel zeigte. Die Bürgerstiftung will auch 2019 wieder einen Bürgerpreis ausschreiben.

Anette Konrad | Rheinpfalz 21.12.2018


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